Was, wenn Verhaltensweisen unserer Kinder manchmal mehr mit uns selbst zu tun haben, als wir denken? Kinder können uns unsere eigenen Muster, ungelebten Gefühle und inneren Themen spiegeln und dadurch zu unseren größten Lehrmeistern werden.

Unsere Kinder - Spiegel und Lehrmeister zugleich

Gerade im Alter von null bis sieben Jahren spiegeln Kinder häufig sehr stark Verhaltensweisen, Gedankenmuster und auch das innere Erleben ihrer Eltern. Ich habe in meinem eigenen Familienalltag immer wieder die Erfahrung gemacht, dass auffällige oder schwierige Verhaltensweisen meiner Kinder auch eine Einladung sein können, bei mir selbst oder meinem Mann genauer hinzuschauen.

Vor einiger Zeit zeigte beispielsweise meine Tochter plötzlich immer wieder ein Verhalten, bei dem sie uns gegenüber nicht ehrlich sein konnte. Natürlich haben wir dies mit ihr angeschaut und besprochen. Gleichzeitig begannen wir Erwachsenen aber auch, bei uns selbst hinzuschauen und an einem Thema zu arbeiten, das sich zu dieser Zeit bei uns zeigte. Spannenderweise verschwand ihr Verhalten daraufhin innerhalb kürzester Zeit und ist seither nicht mehr aufgetaucht.

Solche Beispiele habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jedes Verhalten eines Kindes automatisch ein ungelöstes Thema der Eltern ist. Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit ihren eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Entwicklungsschritten. Trotzdem möchte ich dich dazu ermutigen, bei Verhaltensweisen deines Kindes, die dich besonders beschäftigen oder triggern, den Blick auch einmal zu dir selbst zu richten.

Was könnte mir mein Kind gerade spiegeln? Welches Gefühl lebe ich vielleicht selbst nicht? Wo halte ich etwas zurück? Welches Muster zeigt sich gerade in unserer Familie? Und warum berührt genau dieses Verhalten meines Kindes mich so sehr?

Die Kinderärztin meiner Kinder hat mir einmal ein wunderschönes Bild dafür gegeben. Sie sagte, eine Familie sei wie ein System aus kommunizierenden Röhren. Wenn an einer Stelle etwas zurückgehalten wird oder nicht fließen kann, kann es an einer anderen Stelle deutlicher zum Vorschein kommen.

Dieses Bild ist mir geblieben.

Denn eine Familie ist für mich ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Menschen, Nervensysteme, Erfahrungen und auch unterschiedlicher Ahnengeschichten, die aufeinandertreffen und sich gegenseitig beeinflussen.

Aus meiner ganzheitlichen und spirituellen Sicht glaube ich deshalb, dass wir innerhalb einer Familie nicht nur miteinander leben, sondern auch miteinander wachsen und heilen dürfen.

Unsere Kinder sind dabei nicht nur diejenigen, denen wir etwas fürs Leben beibringen.

Nach meiner Erfahrung sind die Kinder unsere größten Lehrmeister, welche auch dazu da sind, unsere tiefsten Wunden zu erkennen.

Für uns sind deshalb herausfordernde Verhaltensweisen immer eine Einladung auch bei uns Erwachsenen genauer hinzuschauen: Was dürfen wir hier gemeinsam erkennen, lernen, heilen und transformieren?

Brauchst du Hilfe im Umgang mit deinen Kindern? Als Pädagogin, zusätzlich ausgebildet in Hochsensibiliät im Umgang mit Kindern und durch meinen ganzheitlichen Blick begleite ich euch gerne. <3