Wir alle kennen sie, unsere Gefühle. Am liebsten würden wir nur Freude, Leichtigkeit und Glückseligkeit fühlen. Doch sobald Traurigkeit, Wut oder Schmerz in uns auftauchen, wollen wir diese Gefühle möglichst schnell wieder loswerden. Aber ist das wirklich der richtige Weg für unseren Körper und unseren Geist?
Der Kampf gegen die Gefühle
Wir alle kennen Gefühle, die wir lieber nicht fühlen würden. Angst, Trauer, Wut, Schmerz oder diese innere Unruhe, bei der wir manchmal nicht einmal genau wissen, woher sie eigentlich kommt. Wir versuchen, das Gefühl möglichst schnell wieder loszuwerden, denn es fühlt sich ja unangenehm an. Wir analysieren, zerdenken alles einmal ordentlich, lenken uns ab oder fragen uns, warum es uns schon wieder so geht. Vielleicht kennst du auch die Gedanken: Ich habe doch schon so viel an mir gearbeitet. Warum ist dieses Gefühl immer noch da? Doch was, wenn genau dieser Kampf einen großen Teil des Leidens ausmacht? Ich habe bei mir selbst irgendwann gemerkt, dass nicht immer das Gefühl an sich das Schwierigste war, sondern mein Widerstand dagegen. Dieses innere Ich will das nicht fühlen. Es soll weg. Ich möchte mich endlich wieder gut fühlen.
Damit sagen wir einem Teil von uns im Grunde immer wieder: So, wie du gerade bist, bist du nicht richtig. Dabei sind unsere Gefühle nicht gegen uns. Sie sind ein Teil von uns und vielleicht manchmal sogar eine Sprache unserer Seele. Sie zeigen uns, dass etwas in uns berührt wurde, dass etwas gesehen werden möchte oder dass wir gerade etwas erleben, das uns schlicht und einfach weh tut.
Nicht jedes unangenehme Gefühl muss deshalb sofort verändert werden. Manchmal darf Trauer, Angst, Wut einfach da sein, ohne dass wir sie sofort bewerten, verstehen oder gar "wegmachen" müssen.
Für mich hat sich vieles verändert, als ich begonnen habe, meinen Gefühlen weniger Widerstand entgegenzubringen. Nicht mehr sofort zu fragen: Wie bekomme ich das weg?, sondern zunächst einmal: Kann ich dieses Gefühl für einen Moment einfach da sein lassen?
Das bedeutet nicht, dass ich mich darin verliere oder dass ich jedes Gefühl für die absolute Wahrheit halte. Es bedeutet vielmehr, dass ich aufhöre, gegen einen Teil von mir selbst anzukämpfen. Ich sage zu mir und dem Gefühl: Du darfst gerade da sein. Manchmal verändert sich dadurch zunächst gar nichts. Und auch das ist in Ordnung. Denn vielleicht geht es gar nicht immer darum, dass wir uns möglichst schnell wieder gut fühlen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es darum geht, uns auch dann halten zu können, wenn wir uns gerade nicht gut fühlen. Ich glaube, dass genau dort etwas sehr Heilsames beginnen kann. In dem Moment, in dem wir nicht mehr gegen uns selbst kämpfen, sondern anfangen zuzuhören. Manchmal reicht es das Gefühl einfach durch unseren Körper fliessen zu lassen.
Wünschst du dir Unterstützung im Umgang mit deinen Gefühlen? Möchtest du gemeinsam mit mir bei einem Spaziergang durch den Wald deinen Gefühlen einmal den Raum geben, den sie vielleicht schon lange brauchen? Dann melde dich gerne bei mir.
Bei mir dürfen deine Gefühle da sein. 🤍
Fühl dich umarmt.
